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lernOS Change Management: Organisationskultur und Change-Management in IT-Reorganisationen (Kata 11)

In der Tradition der bisherigen Kata Bearbeitungen habe ich mit MS Copilot folgende Aufgabe bearbeitet.

Kata 11: Organisationskultur und Change-Management

Betrachten wir die Organisationskultur im Kontext von IT-Transformationen:

  • Identifiziert Beispiele für Scheins drei kulturelle Ebenen (Artefakte, bekundete Werte, grundlegende Annahmen) in Bezug auf IT und Digitalisierung in Eurem Unternehmen.
  • Wie wird der Nutzen neuer IT-Systeme auf allen kulturellen Ebenen vermittelt?

Entwickelt einen Aktionsplan:

  1. Basierend auf Eurer Analyse, schlagt drei konkrete Maßnahmen vor, um organisatorische Veränderungen und Kulturwandel in IT-Projekten im Unternehmen zu verbessern.
  2. Wie setzt Ihr diese Maßnahmen um und messt ihren Erfolg?

Als Basis für die Analyse habe ich gezielt auf zwei meiner LinkedIn Artikel verwiesen (Die #DATEVDigiCamp Story | LinkedIn & „Vorsicht! Dieses Dialogformat könnte ihr Leben verändern.“​ | LinkedIn).

Herzliche Einladung am 15.07.2026 beim 19. DATEV-DigiCamp einen persönlichen Eindruck zu sammeln, ob die Thesen der Kata 11-Beantwortung nachvollziehbar sind.

Vom Event zum Kulturhebel – was wir beim DATEV DigiCamp über Organisationskultur in IT-Transformationen lernen

„Vorsicht! Dieses Dialogformat könnte ihr Leben verändern.“

Manchmal habe ich mit diesem Hinweis geantwortet, wenn ich (mal wieder) gefragt wurde, was diese Barcamps denn verändern würden.

Und dann erzählt mir ein Teilnehmer vom DigiCamp im März 2022 im Nachgang, dass der Impuls von Wolf Lotter „UNTERSCHIEDE – wie Vielfalt für mehr Gerechtigkeit sorgt und die Sessions zum Thema ‚Diversity & Inclusion‘ für ihn „lebensverändernd“ gewesen seien und er jetzt einen ganz anderen Blick auf diesen Kontext hat.

Das machte mich einerseits sehr glücklich und hat mich andererseits bestärkt, für die Kata 11 das DigiCamp als Beispiel für Organisationskultur im Kontext von (IT)-Transformationen zu analysieren. 


Solche Rückmeldungen sind selten messbar. Sie tauchen in keiner KPI auf, in keinem Projektstatusbericht, in keiner Roadmap.

Und gleichzeitig zeigen sie etwas sehr Grundlegendes:

👉 Transformation passiert nicht in Systemen – sondern in Menschen.

Genau hier liegt die größte Herausforderung – und gleichzeitig die größte Chance – von IT-Transformationen.


Kultur frisst Strategie – gerade in der IT

Dieser oft zitierte Satz von Peter Drucker begleitet viele Transformationsinitiativen – gerade in der IT. Technologien lassen sich implementieren, Systeme einführen, Prozesse definieren. Doch ob sie wirken, entscheidet sich an einer anderen Stelle: in der Organisationskultur.

Im Kontext von IT-Transformationen lohnt sich ein Blick auf das Modell von Edgar Schein, der Kultur in drei Ebenen beschreibt:

  • Artefakte (sichtbare Strukturen und Praktiken)
  • bekundete Werte (Strategien, Ziele, Leitbilder)
  • grundlegende Annahmen (implizite Überzeugungen)

Ein spannendes Praxisbeispiel, um dieses Modell greifbar zu machen, ist das DATEV DigiCamp – ein bewusst gestaltetes Dialog- und Lernformat zur Begleitung von Transformation.


Das DigiCamp: Mehr als ein Event

Das DigiCamp ist als offenes Dialogformat im Barcamp-Stil gestaltet: Teilnehmende bringen eigene Themen ein, gestalten Sessions selbst und lernen voneinander.

Es verbindet:

  • interne und externe Perspektiven
  • strategische Themen (z. B. Cloud, KI, Portfolioentwicklung)
  • konkrete Anwendungsfälle aus der Praxis

Ziel ist nicht nur Wissensvermittlung, sondern Vernetzung, Orientierung und gemeinsames Lernen im Wandel.

Damit wird das DigiCamp selbst zu einem Instrument des Change Managements.


Organisationskultur sichtbar gemacht: Die drei Ebenen nach Schein

1. Artefakte – Was wir sehen

Auf den ersten Blick zeigt das DigiCamp viele typische Merkmale moderner Zusammenarbeit:

  • Barcamp-Struktur mit offenen Sessions
  • hybride Durchführung (Vor-Ort und virtuell)
  • Einsatz digitaler Tools und Plattformen
  • Fokus auf Themen wie Cloud, KI und Zusammenarbeit

Diese sichtbaren Elemente transportieren eine klare Botschaft:
👉 Digitalisierung bedeutet Vernetzung, Offenheit und Beteiligung.


2. Bekundete Werte – Was gesagt wird

Ein Blick auf die Zielsetzung zeigt, welche Werte transportiert werden:

  • lebenslanges Lernen als Teil der Unternehmenskultur
  • Austausch und Vernetzung als Erfolgsfaktor
  • Kund:innenorientierung und Praxisnähe
  • aktive Gestaltung von Transformation und Cloud-Umstellung

Hier wird deutlich:
👉 IT ist nicht nur Technologie – sondern ein Enabler für Zusammenarbeit und Wertschöpfung.


3. Grundlegende Annahmen – Was wirklich wirkt

Die spannendste Ebene ist die unsichtbare.

Was Teilnehmende im DigiCamp erleben:

  • Jede:r kann beitragen
  • Wissen entsteht im Austausch, nicht nur durch Experten
  • Transformation ist keine Vorgabe, sondern ein gemeinsamer Prozess
  • Lernen ist kein Event, sondern Teil der Arbeit

Diese Erfahrungen prägen implizite Überzeugungen wie:

👉 „Ich bin Mitgestalter der Transformation – nicht nur Betroffener.“

Und genau hier entsteht echter Kulturwandel.


Wie wird der Nutzen von IT vermittelt?

Ein zentraler Erfolgsfaktor des DigiCamps ist die Kombination aller drei Ebenen:

  • Artefakte: konkrete Tools, Demos, Sessions
  • Werte: Narrative rund um Cloud, Zusammenarbeit und Zukunftsfähigkeit
  • Annahmen: eigenes Erleben im Dialog

Der entscheidende Unterschied zu klassischen IT-Projekten:

👉 Der Nutzen wird nicht nur erklärt – er wird erlebt.


Was wir für Change Management lernen können

Viele IT-Projekte scheitern nicht an Technologie, sondern daran, dass:

  • Nutzen abstrakt bleibt
  • Beteiligung fehlt
  • Kultur nicht adressiert wird

Das DigiCamp zeigt einen anderen Weg.


Drei konkrete Maßnahmen für IT-Kulturwandel

1. Vom Event zum System: Beteiligung skalieren

Idee:
Die Prinzipien des DigiCamps in IT-Projekte integrieren.

Umsetzung:

  • Mini-Barcamps innerhalb von Transformationsprojekten
  • offene Formate für Erfahrungsaustausch
  • Plattform für Fragen und Praxisbeispiele

Wirkung:

  • höhere Akzeptanz
  • weniger Widerstand
  • mehr Eigenverantwortung

2. IT erlebbar machen – statt erklären

Idee:
Den Nutzen von IT nicht nur kommunizieren, sondern erfahrbar machen.

Umsetzung:

  • Use-Case-Sessions statt Feature-Beschreibungen
  • konkrete Praxisbeispiele aus Fachbereichen
  • Einbindung von Kund:innen und Anwender:innen

Wirkung:

  • schnelleres Verständnis
  • höhere Nutzung
  • stärkere Relevanz im Alltag

3. Kulturelle Brückenbauer etablieren

Idee:
Menschen stärken, die IT, Fachbereich und Kultur verbinden.

Umsetzung:

  • Aufbau eines Netzwerks von Multiplikator:innen
  • Förderung von Sessiongeber:innen und Community-Beiträgen
  • bereichsübergreifende Zusammenarbeit

Wirkung:

  • nachhaltiger Wissenstransfer
  • stärkere Vernetzung
  • Kulturwandel im Alltag

Fazit: Transformation ist ein Erlebnis

Das DATEV DigiCamp zeigt eindrucksvoll:

Kultur verändert sich nicht durch PowerPoint – sondern durch gemeinsame Erfahrungen.

Oder anders formuliert:

👉 Transformation gelingt dort, wo Menschen selbst Teil davon werden.

Und vielleicht beginnt genau das mit einer kleinen, mutigen Entscheidung:

eine Session einzureichen – und den eigenen Blick auf die Welt zu verändern.